GEMEINSCHAFT - Unser Motto für 2021

Das Festival will mit dem Jahresmotto ein Zeichen für menschliches Miteinander setzen,

ein Gefühl, wonach sich viele durch das letzte Jahr sehnen: Gemeinschaft.


Goldene FILMthuer 2021

 

 Weit Weg / Spielfilm von Janne Hansberg (Jena)

„Stell dir vor, du wärst da draußen, du wärst frei. Frei von allem. Frei von Strukturen, frei vom System. Wir hätten unser eigenes kleines Raumschiff.“ Eine Vorstellung, die Kasimir gut gefällt, als sein Freund Fynn ihm davon erzählt. Ihre Geschichte handelt vom Wunsch nach Freiheit und den Zweifeln daran, das zu machen, wovon man träumt. Der Film transportiert eine Stimmung, die jede und jeder kennt, wenn man sich die Frage gestellt hat, was man vom Leben möchte, was einen bewegt und erfüllt und ob es mit der Realität vereinbar ist. Die beeindruckende Atmosphäre schafft es, uns mitzunehmen. Auf die Reise der Freunde zum Meer, zu ihnen selbst und ihrem Mut, „alles aus sich herauszuschreien“. (Laudatio: FILMthuer/Magdalena Werner)



Bester Film (Jury-Preis)

 

Glissy und Nukktu / Wilfried Matz & Barbara Matz-Langensiepen (Rudolstadt/FILMthuer e.V.)

Preisträger Amateurfilm

Diese Doku erzählt die Geschichte einer besonderen Freundschaft zwischen Mensch und Tier. Der Film begegnet dem Siebenschläfer Glissy und dem Eichhörnchen Nukktu, vermeintlich unscheinbare Tiere unserer heimatlichen Fauna, auf Augenhöhe und eröffnet uns somit einen Einblick in ihre Welt. Dieser Beitrag stellt einen wertvollen Schritt der Wiederannäherung an unsere Natur dar, von der sich das urbanisierte Leben einst entfremdet hat.

(Laudatio: Karoline Vielemeyer)


 

 

 

Warten – Sehnsucht nach der Grünen Welle / Dominik Lehmann (Bauhaus-Uni Weimar)

 

Preisträger Freie Filmproduktion

Der Dokumentarfilm widmet sich unverdrossen dem augenscheinlich langweiligen, doch daher nicht minder uninteressantem Thema des Wartens und behandelt dieses auf originelle und äußerst außergewöhnliche Weise. Regisseur Dominik Lehmann traf dabei bewusste Entscheidungen zur kongruenten Behandlung sowie Inszenierung und scheute sich weder davor, unkonventionelle Wege zu gehen, noch die Bandbreite einer vordergründig unliebsamen, doch eigentlich zutiefst bereichernderen Erfahrung zu eröffnen. Ein reifer Beitrag, der es schafft, eine passende filmische Form für ein außergewöhnliches Sujet zu finden.

(Laudatio: Susanne Aßmann)


 

Worum es hier geht / Janne Hansberg (Jena)

Preisträger Jugendfilm

Dem Musikvideo gelingt es, mit einer minimalistischen und gleichzeitig hochwertigen Bildästhetik, die Emotionen des Liedes auf eine visuell poetische Ebene zu heben. Bildgestaltung, Rhythmus und schauspielerische Leistung schaffen es, auf tiefgründige Weise den Weltschmerz auszudrücken, mit dem sich der Liedtext auseinandersetzt. Das Gesamtwerk überzeugt durch ein professionelles und künstlerisch anspruchsvolles Zusammenspiel aller Elemente des Filmemachens. (Laudatio: Karoline Vielemeyer)


Was können die Tiere denn dafür / Kinderworkshop

(Leitung: Kay Albrecht/Björn Sauer/Antje Stiller),

Björn Sauer & Die Quatschband Sonnenschein Erfurt,

Kinder: Edwin, Elisabeth, Elsa, Guido, Oskar, Penelope

Preisträger Medienpädagogik

Der Film berührt zutiefst. Die Gegenüberstellung einer kindlich verspielten Legetricktechnik und der gravierenden Thematik der Klimakrise, die das Musikvideo behandelt, rütteln die Zuschauer wach. Mit wenigen Mitteln zeigen das Lied und seine Bildaufnahmen viel Wirkung. Das Video verdient eine große Plattform, damit es möglichst viele Menschen erreichen kann.

(Laudatio: Karoline Vielemeyer)



 

Schüler-Oskar 2021

Nachhaltiger Kleiderschrank / Emely Voigt & Anna Sandner (Lobdeburgschule Jena)

Ein Projekt, das zum Nachdenken anregt. Das Video greift im Stil des Features, einer  journalistischen Darstellungsform zwischen Reportage und Dokumentation, ein Thema auf, das relevanter nicht sein könnte. Das Ziel: Unser Bewusstsein auf mehr Nachhaltigkeit zu lenken. Das gelingt den Filmemacherinnen darin, unsere Wegwerfgesellschaft zu hinterfragen und über umweltbewusste Alternativen aufzuklären. Entstanden ist die inspirierende Arbeit im Rahmen des Kunstunterrichtes an der Lobdeburgschule Jena.

(Laudatio: FILMthuer/Magdalena Werner)



Relevanz-Preis 2021 „Gemeinschaft“

Es ist spät / Salman Vakili und Sahar Darvishzadeh (Weimar) & anders als geplant / Miriam Grotzke (Erfurt)

GEMEINSCHAFT ist das Motto der diesjährigen FILMthuer. Diese beiden Filme zeigen, dass eine starke Gemeinschaft - ob Freunde, Familie, manchmal sogar fremde Leute, die aber den gleichen Gedanken wie du teilen - wichtig sind, um so manches im Leben zu meistern. Die Botschaft dieser Filme ist klar: Sie wollen aufmerksam machen. Darauf, dass etwas so Wundervolles, wie zu lieben und geliebt zu werden, manchmal Angst machen kann. Angst vor den Konsequenzen. Ob die eigene Familie, wie uns Miriam mit ihrem Film zeigt. Oder ein ganzes System, das die gleichgeschlechtliche Liebe unter Todesstrafe stellt. Eine stützende und schützende Gemeinschaft schafft Vertrauen und Mut. So können Salman und Sahar ihre Projekte umsetzen, um das Thema Homosexualität zugänglich zu machen. Um zu zeigen, dass wir in einer Zeit leben, in der sich die Frage danach, wen wir lieben, nicht mehr stellen sollte. In Kooperation mit der FILMthuer können ihre Projekte und damit ihre Botschaft weiterleben. Auch Miriam kann durch die Gemeinschaft wachsen. In Mentorenschaft mit Karoline Vielemeyer wird ihr Film professionell betreut und hat die Chance, ihre Botschaft noch stärker zum Ausdruck zu bringen.

(Laudatio: FILMthuer/Magdalena Werner) 



 

 

 

Sonderpreis der Jury

Shutter / Gilbert Onggara

Mit dem hochwertigen Kurzfilm beweist der junge Regisseur sein feinsinniges Gespür für filmische Rhythmik und Atmosphäre. Die kurze Erzählung über die Betrachtung einer brutalen Tat und die ungewöhnliche Reaktion des Protagonisten darauf schafft es, eine ganz eigene Sogkraft zu entwickeln, die auf weitere spannende Projekte hoffen lässt. (Laudatio: Susanne Aßmann)


 

 

PLURIPOTENTIA / Max Kubitschek

 

In dem virtuosen Kurzfilm wird der Zuschauer mit einer Vielzahl formaler Mittel wachgerüttelt. Metaebenen erschließen sich nicht erst im Übertritt von Rahmen- zu Binnenhandlung. Der Pilotfilm legt eine frische Filmsprache frei. Die Jury vergibt diesen Preis für ein fulminantes Werk, das in seiner offenen Form abgeschlossener nicht sein könnte und somit zu überzeugen und zu begeistern weiß.

(Laudatio: Robert Schwarz)



 

 

Minutenfilm-Preis

 

Der Kücheneinbau / Raphael C. Philips (Gera)

Der Gewinner der Kategorie Minutenfilm versteht es, auf eine Pointe hinzuarbeiten und die kurze Laufzeit in solidem Stop-Motion-Trick gut auszufüllen. Besonders lobenswert ist das junge Alter des Filmemachers und sein erkennbares Talent. Die Jury freut sich auf die weiteren Arbeiten und beglückwünscht Filmproduktion Raphi. (Laudatio: Robert Schwarz)


FESTIVAL-IMPRESSIONEN 2021

(Fotos Außen: Stefan Schmidt / Fotos Innen: H.-W. Kreidner)



FILMthuer e.V. 

im Bundesverband Deutscher Film-Autoren e.V. (BDFA)